Geocachen in Rheinland-Pfalz, Wanderurlaub mit tollen Bergruinen und Caches

Burgenruine, im Geocaching-Urlaub entdeckt

Geocaching in der Pfalz, auf Burgen und Bergen

In Südwestdeutschland liegt die Pfalz, bekannt durch ihre vielen sehenswerten Burgen und Burgruinen. Wir haben ein paar Tage Urlaub in gemacht und haben dabei natürlich unsere Suche nach Dosen integriert. Wer gerne wandert, der ist in der Pfalz richtig. Die Pfalz ist für Familien ein tolles Ziel zum gemeinsamen Entdecken und Erkunden von Burgen und Burgruinen. Die Pfalz bietet Burgen und Burgruinen, die besichtigt werden können, in den die Kinder ganz auf ihre Kosten kommen. Bereits bei der Planung stellten wir fest, dass viele Burgruinen kostenlos besichtigt werden können. Nicht einmal die Parkplätze in der Nähe der Ruinen kosten Parkgebühren.

Wir wollten mal testen, wie gut man seinen geplanten Wanderurlaub mit dem Geocachen dort verbinden kann. Und ob die Region für einen Familienurlaub auch finanziell interessant ist.

Die Pfalz ist groß und bietet sehr viel zu sehen. Doch wir hatten nur ein paar Tage zur Verfügung. Schnell standen bei uns die Wandertouren fest, wir wollen viele Burgen besuchen und wollten Zeit für die Besichtigungen und Erkundungen der Burgen haben. Wir legten unsere Tagestouren so aus, dass wir von Burg zu Burg wandern konnten. Soweit so gut, nun kamen noch die Caches dazu. Schnell stellten wir fest, viele Caches gibt es in der Pfalz nicht. Erstaunlich, denn die Region bietet so viele tolle und schöne Plätze für Caches. Vielleicht werden in dieser Region die Dosen nicht in Massen ausgelegt, um nur eine gezielte Auswahl der schönsten Plätze und besonders tolle Caches zu schaffen. Die Cache-Beschreibungen versprechen viel und wir sind schon alle sehr auf die Dosenfunde gespannt.

Tag 1 | Teufelstisch und Burgen um Dahn

Bereits bei unserer Anreise in die Pfalz besuchen wir das Wahrzeichen der Pfalz, den  Teufelstisch. Ein 14 Meter hoher Fels, in Form eines Tisches. Dieser Teufelstisch ist nicht nur größer, sondern auch bekannter als der Teufelstisch von Salzwoog. Wer beide besichtigen möchte, findet den zweiten Teufelstisch fünf Kilometer südwestlicher von N 49° 11.694 / E 007° 44.626. Den Namen erhielt der Felsen nach der örtlichen “Sage vom Teufelstisch“, erzählt von Johann Martin Jäger alias “Fritz Claus” (1853-1923).

Uns lockte der Earth-Cache GC1R1B4 zum Teufelstisch, der mit seinem geschätzten Gewicht von 284 Tonnen Gestein uns zum Staunen brachte. Zur interessanten Entstehungsgeschichte werden wir hier nichts verraten, denn dazu ist der Cache verantwortlich.

Weiter ging es dann nach Dahn, einem Städtchen mit rund 4.500 Einwohnern. Ein kleines nettes Städtchen, mit der Burgruine Neudahn (GC2AT12). Blickt man von dem Städtchen hoch zum Berg, ist von der Ruine nichts zu sehen, doch der Aufstieg lohnt sich alle mal. Diese Felsenburg Neudahn liegt im südwestlichen Pfälzerwald und liegt auf einem langgestreckten Bergrücken. Von der Ruine aus hat man einen freien Blick über die Region. Wie der Name bereits verrät, ist die die Burgruine Neudahn jünger als die Burgruine Altdahn. Die damalige Burg Neudahn wurde zum Schutz und Sperre der dort im Wiesenlautertal vorbeiführenden Straße, jetzige B427, gebaut. Den Bauauftrag der Burg stellt Bischof von Speyer um 1240, welcher vom damaligen Ministerial Heinrich von Dahn ausgeführt wurde. Die Burg brannte vermutlich 1438 im Vierherrenkrieg nieder, wurde dann wieder aufgebaut und im Bauernkrieg 1525 wieder stark beschädigt. 1603 starb der letzte Dahner Ritter Ludwig II, darauf fiel die Burg Neudahn an das Bistum Speyer und diente als bischöflichen Dienstsitz. 1689, als die pfälzischen Erbfolgekriege waren, wurde die Burg von französischen Truppen zerstört. Heute zählt diese Burgruine zu den am besten erhaltenen Burgen des südlichen Pfälzer Waldes.

Wer schon hier bei der Burgruine Neudahn haltmacht, muss unbedingt noch einen Abstecher zur Dahner Burgengruppe unternehmen. Diese Burgengruppe besteht aus der Burgruine Altdahn, Grafendahn und Tanstein. Alle drei Burgruinen liegen direkt nebeneinander auf fünf Bundsandsteinfelsen. Die Burgengruppe liegt unmittelbar in der Nähe von Dahn. Wer dort oben bei diesen Burgruinen angekommen ist, kann den Medieval Cache II – Altdahn (GCJ7RX) lösen, ein kleiner Multi mit einer eigentlich einfachen Aufgabe. Der Cache ist mit der Idee einer Erkundung und Entdeckungstour der Burgen verbunden und nach unserer Empfinden auch gelungen. Das Finale belohnt einen mit noch einem weiteren tollen Ausblick und einer großen Dose.

Uns hat die Anordnung dieser drei Burgen etwas Kopfzerbrechen bereitet. Denn wer baut drei Burgen direkt nebeneinander? Es war kein bausüchtiger Burgherr, soviel könne wir gleich verraten. Die drei Burgen auf dem von Dahn östlich liegenden Bergrücken wurden nicht gleichzeitig gebaut, sie wurden im Zeitraum von zwei Jahrhunderten errichtet. Die Burg Tanstein, die mit einer Brücke mit den anderen Burgen verbunden war, wurde Anfang des 12. Jahrhunderts gebaut. Bestätigt ist dies durch eine Urkunde von 1127, in der ein Anshelmus de Tannicka als Burgbesitzer und Verwalter genannt wird. Die direkt anliegende Burg Altdahn wurde anfangs 13. Jahrhundert gebaut. Friedrich von Dahn verwaltete ab 1236 die Burg als Lehnsmann des Bischofs von Speyer, der auch Konrad IV. von Dahn hieß. Die Burg Grafdahn wurde durch Konrad von Mursel 1287 erbaut, ebenfalls ein Lehnsmann der Bischöfe von Speyer. Konrad von Mursel war ein Enkel des Friedrich von Dahn, also dem Errichter von der Burg Altdahn.

Die Burg Tanstein wechselt bis 1464 häufig den Besitzer, 1512 erwarb Friedrich von Dahn die Burg. Friedrich von Dahn war ein Verbündeter des Ritters Franz von Sickingen. Durch dieses Verbündnis wurde Friedrich von Dahn in die Kämpfe mit dem südwestdeutschen Reichsfürsten verwickelt. Bei diesen und späteren Kämpfen bis 1544 erlitt die Burg starke Schäden. Ab 1585 war die Burg verlassen und in den folgenden pfälzischen Erbfolgekriegen 1689 vollends zerstört.

Heute sieht man moderne Brüstungsmauern, die mit der ehemaligen Burg nicht wirklich was zu tun hatte. Leider zeigt diese Mauer auch nicht, wie früher die Anlage ausgesehen haben  könnte. Dagegen weist die südliche Unterburg noch Original-Mauerwerk auf, welches aus dem 15. Jahrhundert stammt.

Die Burg Grafdahn erhielt 1425 eine stärkere Befestigung, ab 1437 fiel sie durch eine Erbschaft in den Besitzer der Markfrafen von Baden. Bei einer Belagerung 1462 wurde die Burg von Kurfürst Friedrich den Siegreichen eingenommen und zerstört. Ein richtiger Wiederaufbau der Burg fand nicht statt. Sie wechselt jedoch im Anschluß noch einige Male ihren Besitzer. Zur Anlage kann nur gesagt werden, dass es sich um die kleinste der drei Burgen handelte, und wurde damals auf dem mittleren der Burgfelsen erbaut. Erkennbar ist heute noch im westlichen Teil der Oberburg ein Rest einer markante Schildmauer, welche gegen die Burg Tanstein errichtet wurde. Gut erhalten sind noch die in den Fels eingehauene Kammern, Viehtränken und ein Brunnenschacht.

Die Burg Altdahn wurde in den Jahren 1363 zerstört und in den darauf folgenden Jahren wieder notdürftig wieder errichtet. In der anschließenden Zeit erlitt die Burg viele Schäden und wurde auch immer wieder zerstört. 1372 wurde sie der Edelknecht vertrieben und die Burg zerstört. Im Vierherrenkrieg wurde die Burg 1406 zerstört, 1426 und 1438 brannte die Burg ab. Dreißigjährige Krieg 1618-1648 hinterließ ebenfalls starke Schäden an der Burg und in den pfälzischen Erbfolgekriegen wurde die Burg dann 1689  durch französische Truppen endgültig zerstört. Ein großer Teil der Ruine stürzte bei einem Felssturz 1820 ein. Nur ein Rest der Oberburg ist auf dem westlichen Felsen erhalten geblieben, sowie ein Wartturm. Zur Erhaltung der Burg wurden 1877 die ersten Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Erst 1936 folgten weitere Maßnahmen zur Restaurierung, welche während des Zweiten Weltkrieges pausierten und bis heute fortgeführt werden.

Nach der Besichtigung dieser Burgengruppe erhielten wir einen Tipp von einem Pfälzer. Wir sollten von dem Parkplatz aus einen schmalen Pfad nehmen und bis vor zum Aussichtspunkt laufen, der sich am Ende des Bergrückens befindet. Er sicherte uns einen tollen Ausblick zu. Wir folgten diesem Tipp und suchten dabei noch auf diesem Pfad die folgende zwei Caches auf: Felsenland Pfalz: 10. Hochmassiv (GCT50R), der mit einer gigantischen Aussicht und einem großen Felsenloch uns belohnte. Und dem Felsenland Pfalz: Sängerfelsen (GC1WTJ6), der ebenfalls einem zu einer gigantischen Aussicht führt.

Der Bericht zum Tag 2 folgt demnächst.

GC Usinn

Hinter dem Nickname GC Usinn steck eine weilbliche Person aus Süddeutschland die Geocaching liebt und viel Zeit in ihr Hobby steckt. Ein ständiger Begleiter ist nicht nur ihr GPS-Gerät mit vielen abgespeicherten Caches, auch ihr weißer Freund auf vier Pfoten ist ein treuer Suchblegeiter beim Geocaching. Google+